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Große Sturmflut von 1962


Sturmflut 1962

 

16./17. Februar 1962

Sturmflut Hamburg, 317 Menschen starben. Besonders betroffen war der Stadtteil Wilhelmsburg. Der bisherige Höchststand der Flut
 von 1825 wurde um sage und schreibe 2 Meter überschritten.

3./4.Februar 1825

Die große Halligflut. Auch in Hamburg wurden Pegelhöchststände erreicht.
1717

Weihnachtsflut, die gesamte Nordseeküste von Dänemark bis zu den Niederlanden wird erfaßt

11./12. Oktober 1364 Die Insel Strand wird zerrissen. Es bleiben übrig Pellworm und Strand,
16. Januar 1962 Siehe Bericht oben
14.Dezember 1287 Die Lucia Flut. 50000 Tote soll es geben. Es entsteht der Dollart in Niedersachsen.
16. Februar 1219 Die Marcellusflut. Der Jadebusen vergrößert sich deutlich
17. Februar 1164 Die Julianenflut. Viele Tote. Der Jadebusen in Niedersachsen entsteht.


    Einen Überblick über die großen Sturmfluten im letzten Jahrtausend halten wir für Sie auch vor.
 

Die Sturmflut 1962 an der deutschen Nordseeküste war eine Katastrophe, die besonders Hamburg traf und allein dort 315 Menschenleben forderte. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 brach über die deutsche Nordseeküste die schwerste Sturmflut seit über 100 Jahren herein. Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Kilometern pro Stunde und meterhohe Fluten ließen zahlreiche Deichabschnitte an der Küste, der Unterelbe und der Weser brechen. Am schlimmsten traf die Flutkatastrophe das über 100 Kilometer von der Küste entfernt gelegene Hamburg. Ganze Stadtteile standen unter Wasser. Über 60.000 Bewohner südlich der Elbe wurden obdachlos. Strom, Gas und Wasser fielen in der Millionenstadt aus.

Chronologie der Katastrophe 

Auslöser war das Sturmtief Vincinette über dem südlichen Nordpolarmeer, das in Richtung Deutsche Bucht zog. Am Donnerstag, dem 15. Februar, wurde um 21:00 Uhr erstmals eine Sturmwarnung für die Nordsee mit Stärke 9 über Norddeich-Radio verbreitet. Am Freitag, dem 16. Februar, wurde vormittags eine Orkanwarnung ausgesprochen. Erste Todesopfer waren an Land zu beklagen. Gegen 9:00 Uhr riss im Sturm die Ankerkette des Feuerschiffs Elbe III. Am Abend wurde vom Deutschen Hydrographischen Institut in Hamburg eine schwere Sturmflut mit drei Metern über dem mittleren Hochwasser (das entspricht einer Höhe von 5,1 m ü. NN – und hatte es seit über 100 Jahren nicht mehr gegeben) für die deutsche Nordseeküste und die Niederelbe vorhergesagt und im Radio um 20:33 Uhr verbreitet. Von einer unmittelbar bevorstehenden Gefährdung Hamburgs war keine Rede. An hohe Wasserpegelstände war man hier gewöhnt – aber mit dem Schlimmsten hatte keiner gerechnet.

Dieses Sturmtief löste in der Nacht vom 16. zum 17. Februar die Sturmflut aus. Vielerorts brachen Deiche, und die Behörden reagierten viel zu spät. Erst um 21:00 Uhr wurde offiziell Alarmstufe 3 ausgelöst.

Es wurde nun von einem Wasserstand von 3,50 Meter über mittlerem Hochwasser ausgegangen. Zu ungewollter Konfusion führten auch unterschiedliche Höhenangaben über NN.

Zu dieser Zeit waren allerdings bereits viele städtische Dienststellen nicht mehr besetzt, wodurch die Bevölkerung nicht gewarnt werden konnte. Einen großräumigen Katastrophenschutzplan gab es noch nicht.

In der Nacht brachen allein an der Unterelbe an über 50 Stellen die Deiche. Durch Störung der Telefonverbindungen zwischen Cuxhaven und dem Hinterland konnten Warnungen nicht weitergegeben werden. Die Leitungen zu den Alarmsirenen waren unterbrochen und es kam zu Stromausfällen. Funkamateure nahmen den Notfunkbetrieb auf, stellten so die Kommunikation sicher und halfen den Hilfsorganisationen miteinander zu kommunizieren.

Wenige Minuten nach Mitternacht wurden an der Süderelbe die ersten Deiche überspült. Später kam es an mehreren Stellen zu Deichbrüchen im Gebiet zwischen Norderelbe und Süderelbe. Besonders betroffen waren die Wohngebiete in Hamburg-Wilhelmsburg und Georgswerder, hier waren nach dem zweiten Weltkrieg viele Ausgebombte provisorisch in Behelfsheimen untergekommen.

Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt koordinierte als Hamburger Polizeisenator (heute: Innensenator) die Rettungsmaßnahmen, bat europaweit um Hilfe und forderte Teile der Bundeswehr zur Rettung der Betroffenen an. Es handelte sich dabei um den ersten Einsatz der Bundeswehr im Innern, was problematisch war, da sie laut Grundgesetz nicht an zivilen Aufgaben teilnehmen durfte. Formal gesehen beging Schmidt einen Verfassungsbruch, der aber im Nachhinein überwiegend positiv bewertet wurde und der noch jungen Bundeswehr zu positivem Ansehen in der Bevölkerung verhalf. Erst 1968 wurde dem Grundgesetz eine Klausel hinzugefügt, die den Inlandseinsatz der Streitkräfte im Katastrophenfall gestattet und das Vorgehen im Nachhinein legitimierte.

Nur einem glücklichen Zufall war es zu verdanken, dass sich Schmidt zuvor als Abgeordneter des Bundestages mit Verteidigungsangelegenheiten befasste. Dadurch kannte er die meisten Kommandierenden persönlich und konnte sie so überzeugen, trotz fehlender Rechts- und Vorschriftenlage schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten. So kamen in Hamburg neben rund 25.000 zivilen Helfern und Pionieren der Bundeswehr mit Sturmbooten auch Soldaten aus anderen NATO-Staaten zum Einsatz, vor allem mit Hubschraubern, die von den Hamburgern dankbar „fliegende Engel“ genannt wurden.

Fährstraße nach der Flut

Als unmittelbare Folge der Sturmflut waren 318 Tote (davon 5 Helfer) zu beklagen, etwa 6000 zerstörte Gebäude und Zigtausende ohne Unterkunft. Knapp ein Sechstel des Hamburgischen Staatsgebietes (120 km²) stand unter Wasser, die direkten Verkehrswege in den Süden waren auf unbestimmte Zeit unterbrochen, die Grundversorgung eingeschränkt. Insgesamt entstand ein Sachschaden von etwa einer Dreiviertelmilliarde D-Mark.

Zum Gedenken der Flutopfer fanden sich nach offiziellen Schätzungen über 150.000 Menschen zu einer großen Trauerfeier am 26. Februar 1962 auf dem Hamburger Rathausmarkt ein. Prominente Gäste wie Bundespräsident Heinrich Lübke und weitere Vertreter des Bundes und der Länder bekundeten ihre tiefe Anteilnahme. In einer bewegenden Rede gedachte der damalige Erste Bürgermeister Paul Nevermann der Toten und dankte den ungezählten Helfern, von denen fünf auch ihr Leben ließen. Für eine Schweigeminute ruhte jeglicher Verkehr im gesamten Norddeutschland.

Nach der Sturmflut wurde zunächst ein Katastrophenschutzplan erarbeitet und die Hochwasserschutzlinie teilweise begradigt sowie Dämme neu gebaut, u. a. verlor der untere Süderelbearm (auch: Alte Süderelbe) seine Verbindung zum Mühlenberger Loch. Zahlreiche Deiche wurden verstärkt und im ganzen Hamburger Stadtgebiet sowie entlang der Unterelbe auf mindestens 7,2 m ü. NN deutlich erhöht. Bis 2010 soll durchgängig eine Mindesthöhe von 8,50 m – in Einzelfällen bis 9,00 m – erreicht sein.

Obwohl eine weitere so genannte „Jahrhundertflut“ vom 3. Januar 1976 in Hamburg durchweg einen Meter höher auflief als 1962, hielten bis auf eine Stelle bei Hetlingen an der Unterelbe alle Deiche dem Wasserdruck stand.

2005 entstand unter Federführung des NDRs eine filmische Rekonstruktion der Ereignisse unter dem Titel Die Nacht der großen Flut, u. a. mit Ulrich Tukur als Helmut Schmidt [1]. Am 19./20. Februar 2006 strahlte der Privatsender RTL einen Zweiteiler unter dem Titel „Die Sturmflut“ aus, der aber über weite Strecken ein reines Fantasieprodukt mit zahlreichen geschichtlichen Fehlern war.

Sonstige betroffene Gebiete 

Die Sturmflut traf primär Hamburg, doch auch andere Landstriche wurden überschwemmt. Obwohl zum Beispiel in Bremen keine Deiche brachen, starben dort durch das Hochwasser sieben Menschen. Hunderte Anwohner mussten Notunterkünfte aufsuchen[

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